Montigra

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Hans Peter Schmidtlein, Gründer des Integrationsunternehmens Montigra, Markt Erlbach. (Foto: Fuchs)

Der Eingliederung von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt hat sich Hans Peter Schmidtlein mit seinem Integrationsunternehmen Montigra verschrieben. Mittlerweile sind schon 25 Personen (davon ist die Hälfte schwerbehindert) in dem 2001 gegründeten Unternehmen in Markt Erlbach beschäftigt, das hauptsächlich Montagearbeiten und Lohnfertigungen durchführt. Im Herbst dieses Jahres soll auch ein Azubi eingestellt werden. Das nach eigenen Angaben bayernweit erste Integrationsunternehmen, das privatwirtschaftlich geführt wird, wurde für diese soziale Innovation mit dem 3. Preis des IHK-Gründerwettbewerbs 2003 ausgezeichnet.

Hans Peter Schmidtlein war früher als Maurer-Polier beschäftigt und führte einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb, wegen einer Lungenerkrankung wurde er jedoch schwerbehindert und musste beide Tätigkeiten aufgeben. Im Laufe der Zeit wuchs der Wunsch, dies nicht einfach hinzunehmen, sondern durch ein eigenes Unternehmen selbst etwas zu gestalten. Sein Nachbar Rainer Krug, Geschäftsführer der Rainer Krug GmbH Berufliche Bildung mit Sitz in Neustadt a.d. Aisch, bestärkte ihn in dieser Absicht und steht ihm seitdem als Mentor zur Seite.

Hans Peter Schmidtlein wollte mit seinem als Einzelunternehmen geführten Betrieb eine Alternative schaffen: „Behinderte Menschen sollen mit einem regulären Arbeitsvertrag beschäftigt werden und Geld durch effektive Arbeit erwirtschaften.“ Vor der Einstellung können die Bewerber in „Praktika“, durch Arbeitsproben und Trainingsmaßnahmen beweisen, dass sie mit den Aufgaben zurechtkommen und dass sie sich gut in das Team einfügen. Bei der Auswahl und bei der Betreuung der Mitarbeiter wird Schmidtlein von Arbeitsamt, Sozialamt, dem Integrationsfachdienst (IFD) und der Rainer Krug GmbH beraten.

Zwei Jahre nach der Gründung von Montigra, das seinen Sitz in der Ortsmitte von Markt Erlbach in einem vormaligen Supermarkt hat, nutzt bereits eine Reihe von Unternehmen das Angebot der inzwischen 25 Mitarbeiter, zu denen neben Schwerbehinderten auch Langzeitarbeitslose gehören. Die Kunden, die vorwiegend aus den Landkreisen Bad Windsheim/Neustadt a.d. A. und Fürth kommen, geben beispielsweise die Bearbeitung und Montage von Metall- und Kunststoff-Bauteilen sowie Sortier- und Verpackungsarbeiten in Auftrag.

Ein Ausschnitt aus den schon bearbeiteten Aufträgen: Befestigungstechnik für Rohre und Lampen, Schallschutzringe, Handy-Freisprechanlagen und Teile von Mikrofonen. Zunehmende Bedeutung bekommen laut Schmidtlein höherwertige Maschinenarbeiten, für die höhere Preise zu erzielen sind und für die u.a. Drehbänke, Fräsmaschinen, Stanzen und Schweißmaschinen zur Verfügung stehen.