Weatherdock AG

Grunederpreis_2010

Gründer und Aktionäre der Weatherdock AG: Wolfgang Werner, Alfred Kotouczek-Zeise und Jürgen Zimmermann. (v.l., Foto: Fuchs)

Elektronik, mit denen Freizeitkapitäne sicherer über die Meere fahren können, stellt die Weatherdock AG in Erlangen her. Die begeisterten Wassersportler Alfred Kotouczek-Zeise, Jürgen Zimmermann und Wolfgang Werner, die sich von der Tätigkeit bei einem großen Konzern kannten und deren Unternehmen im IGZ Innovations- und Gründerzentrum in Erlangen-Tennenlohe zu finden ist, setzten damit eine Technologie um, die für die professionelle Schifffahrt bereits seit Längerem im Einsatz ist.

Früher stocherten Schiffsführer bei schlechter Sicht buchstäblich im Nebel: Per Radar konnten sie zwar die Position anderer Boote in ihrem Umkreis orten, Details wie Kurs oder Geschwindigkeit waren aber nicht zu erkennen. Bei einem Bremsweg von etwa zehn Kilometern war das eine gefährliche Wissenslücke. Mit AIS, einem Automatischen Identifikationssystem für Schiffe, das für die Berufsschifffahrt mittlerweile Pflicht ist, können die Schiffe auf einer UKW-Frequenz Daten wie Name, Länge, Breite, Kurs oder Geschwindigkeit austauschen. So wissen die Steuermänner immer, was im Umkreis von etwa 30 Seemeilen um sie herum passiert.

Um die vorhandene Technologie für Hobby-Skipper nutzbar zu machen, mussten die Geräte kleiner und kostengünstiger werden. Im Jahr 2005 entwickelte das junge Unternehmen zunächst einen universellen Wetterempfänger für Sportboote, den die Gründer komplett selbst fertigten, sowie einen Funkempfänger für das AIS. Weltweit gibt es nur drei Anbieter, die solche Systeme für Freizeit-Kapitäne im Programm haben. In Europa hat Weatherdock deshalb bei AIS-Geräten der Klasse B (für den Freizeitbootbereich) einen Marktanteil von rund zwei Dritteln. Über Distributoren werden die Geräte heute weltweit vertrieben, der Exportanteil der Weatherdock AG liegt inzwischen bei etwa 75 Prozent. Zu den Kunden zählen beispielsweise die taiwanesische und die koreanische Marine, Hafenbehörden und internationale Yacht-Hersteller. Auch ein großer Anbieter für Schiffsausrüstung hat das AIS und den Splitter von Weatherdock in seinem Programm.

Die AG beschäftigt derzeit neun Mitarbeiter, bis zum Jahresende sollen es elf sein, darunter ab Herbst zwei Auszubildende. In den nächsten Jahren will die Weatherdock AG die führende Marktstellung bei AIS-Elektronik behaupten und weitere innovative Produkte herausbringen. Dadurch soll der Umsatz von derzeit etwa 1,5 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren auf rund zehn Mio. Euro steigen.

www.weatherdock.de