GME German Medical Engineering, Erlangen

Mit leistungsstarken, tragbaren Lasergeräten für Medizin und Kosmetik sind die Gründerpreisträger Dr. Stefan Schulze und Dr. Dietmar Fischer aus Erlangen erfolgreich.

Das Prädikat „Made in Germany“ genießt weltweite Anerkennung, die GME German Medical Engineering GmbH aus Erlangen hat deshalb Deutschland gleich im Firmennamen verankert. Nach Worten von Geschäftsführer Dr. Stefan Schulze ist das gute Image deutscher Technologieprodukte für GME von großer Bedeutung, da 95 Prozent der Apparate in den Export gehen.

Preisträger:
Dr. Stefan Schulze und Dr. Dietmar Fischer mit einem Laser, der zur Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt wird.
Foto: Kurt Fuchs/IHK

Zunächst hatte sich GME auf Geräte spezialisiert, die zur Haarentfernung eingesetzt werden. In Deutschland dürfen auch Kosmetiker diese Behandlung durchführen, weshalb die Apparate nicht als Medizinprodukte zugelassen sein müssen, so technischer Leiter Dr. Dietmar Fischer. Deshalb kommen hierzulande häufig billige Importgeräte zum Einsatz, die zwar nicht die gleiche Qualität bieten, dafür aber nur einen Bruchteil kosten. In anderen Ländern ist das nicht so: In den USA müssen die Laser eine Zulassungsnummer haben, sonst werden sie vom Zoll zurückgewiesen. Schulze und Fischer setzen deshalb voll auf das Auslandsgeschäft: Sie liefern ihre Produkte in rund 40 Länder, wobei die USA und Japan zu den wichtigsten Märkten gehören; für 15 weitere Staaten läuft derzeit das Zulassungsverfahren.

Mit Lasern kennt sich das GME-Führungsteam bestens aus: Der Volkswirt Dr. Stefan Schulze und der Physiker Dr. Dietmar Fischer waren viele Jahre gemeinsam beim Erlanger Laserhersteller WaveLight beschäftigt. Im Jahr 2011 gründeten sie dann GME, wobei ihnen der Arzt und Physiker Dr. Dieter Manstein als klinischer Berater und Dr. Hans Amler als technischer Berater zur Seite standen. Amler ist Geschäftsführer der Photon Energy GmbH in Ottensoos, die Industrielaser herstellt, und wurde 2006 ebenfalls mit dem IHK-Gründerpreis ausgezeichnet.

Mit fünf Mitarbeitern startete GME in einem Keller in Ottensoos, das Anfangskapital brachten die Gründer aus eigener Tasche auf. Heute sind auch drei (teil-)öffentliche Investoren (HTGF HighTech Gründerfonds, Bayern Kapital und Bayerische Beteiligungsgesellschaft BayBG) beteiligt. Mittlerweile sind zwölf Mitarbeiter für die GME tätig, die im vergangenen Jahr die Gewinnzone erreicht hat. Im Geschäftsjahr 2015 wurden etwa 170 der Lasergeräte verkauft, die für den Endkunden 20 000 bis 40 000 Euro kosten; heuer sollen es 50 Prozent mehr sein. In Erlangen werden Elektronik, Mechanik und wichtige Software selbst entwickelt sowie die Prototypen und Vorserienmodelle gebaut. Die Serienfertigung erfolgt dann bei einem Partner in Gera, abschließend werden alle Geräte von GME selbst getestet.

GME/ IHK Gruenderpeis 2016 Die Entwicklungsabteilung der GME German Medical Engineering GmbH. GME German Medical Engineering GmbH, Erlangen Preisträger: Geschaeftsführer Dr. Stefan Schulze und technischer Leiter Dr. Dietmar Fischer Foto: Kurt Fuchs/IHK

Die Entwicklungsabteilung der GME German Medical Engineering GmbH.
Foto: Kurt Fuchs/IHK

Drei verschiedene Laser-Typen hat GME heute im Angebot: Einen Kohlendioxid-Laser zur Entfernung von Warzen und zur Hautstraffung, einen Infrarot-Laser zur Haarwurzelentfernung und ein System für reines UVB-Licht, das zur Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt wird. Die tragbaren Geräte zeichnen sich durch eine hohe Leistungsdichte und eine große Flächenabdeckung sowie eine kurze Startzeit aus. „Wir haben die kleinsten Geräte am Markt“, so Fischer. Das hat auch den Vorteil, dass GME keinen technischen Kundendienst vorhalten muss. Der Außendienst tauscht defekte Geräte einfach aus und schickt sie zur Reparatur ein.

Das Medizintechnikunternehmen hat ehrgeizige Pläne und will alle ein bis zwei Jahre ein weiteres Gerät mit neuen Anwendungen auf den Markt bringen. Die Zahl der Mitarbeiter soll mittelfristig auf rund 20 steigen. Außerdem hoffen Schulze und Fischer, dass eine geplante EU-Richtlinie umgesetzt wird, nach der Lasergeräte für die Haarentfernung und für andere kosmetische Anwendungen eine Medizinzulassung haben müssen. Dadurch würden viele Konkurrenten ausscheiden, die diese Hürde nicht schaffen. GME hätte damit keine Probleme, denn alle Apparate haben die nötige Zulassung bereits. (leo.)

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