IHK-Gründerpreis 2026 – Kronos Mechatronics GmbH, Nürnberg
Geschäftsführer: Jörg Dickerboom
Elektronik wird dreidimensional: Das Nürnberger Start-up entwickelt Technologien für den 3D-Druck in den Bereichen Elektronik und Mechatronik.
Eine Schnittstelle zwischen Maschinenbau, Software und Elektronik – so könnte man die Kronos Mechatronics GmbH in Nürnberg bezeichnen. Das Unternehmen ist Systemspezialist für 3D-Druck und entwickelt Maschinen, Software und Prozesse, die vor allem beim additiven Druck von Elektronik und von dreidimensionalen Bauteilen benötigt werden. Gründer und Geschäftsführer Jörg Dickerboom ist sicher: „Das ist in Zukunft eine disruptive Technologie.“
Gegründet hat der Wirtschaftsingenieur die GmbH im November 2024. Dabei erwarb er ausgewählte Betriebseinrichtungen und Technologien der ehemaligen Neotech AMT GmbH in Nürnberg, einem Spezialisten für Anlagen zur Fertigung dreidimensionaler Elektronik. Mit dem Neustart gelang es Dickerboom, wertvolles technologisches Know-how und erfahrene Fachkräfte am Standort Nürnberg zu halten.
Bereits im ersten Geschäftsjahr entwickelte das Team die Technologie entscheidend weiter und schuf neue Grundlagen für das zukünftige Wachstum. Für den Schritt in die Selbstständigkeit entschied sich Dickerboom gemeinsam mit seiner Frau Martina, die heute ebenfalls im Unternehmen tätig ist. Beide haben ihre berufliche Zukunft ganz auf Kronos Mechatronics ausgerichtet. Neben dem Hauptstandort Nürnberg verfügt das Unternehmen inzwischen auch über ein Team von Software-Entwicklern in Hamburg.
Ein wichtiges Erfolgsrezept sind laut Dickerboom Machbarkeitsnachweise für Produktvorhaben (Proofs of Concept, PoC): Die Kunden kommen mit einem technischen Problem oder einer Produktidee zu Kronos Mechatronics; gemeinsam wird geprüft, ob und wie sich das Vorhaben mithilfe der additiven Elektronikfertigung umsetzen lässt. Dabei setzt das Unternehmen auch auf den fachlichen Austausch mit dem Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) der Universität Erlangen-Nürnberg sowie auf die Vernetzung über das Nürnberger Gründerzentrum NKubator.
Als Sondermaschinenbauer entwickelt Kronos Mechatronics eigene Module und Software und kombiniert diese mit standardisierten Komponenten wie beispielsweise Druckköpfen. Bereits 2025 entwickelte das Team mit Aion-5X eine eigene CAD/CAM-Software, die komplexe Fertigungsprozesse für den Fünf-Achs-Druck digital abbildet. Er ermöglicht es, nicht nur auf ebenen Flächen zu arbeiten, sondern komplexe dreidimensionale Geometrien zu bearbeiten. Diese Technologie sieht Kronos als ihre Kernkompetenz.
Die Kunden kommen vor allem aus den Bereichen Automotive, Robotik, Medizintechnik sowie Luftfahrt und Verteidigung. Mit Kunden und Partnern in Europa, Asien und Nordamerika ist Kronos Mechatronics bereits international aktiv. Vertrieben werden die Maschinen weltweit über ein internationales Partnernetzwerk. Künftig will das Unternehmen neben dem Maschinen- und Software-Geschäft auch die industrielle Serienfertigung funktionaler Elektronik ausbauen. Damit verfolgt Kronos Mechatronics ein klares Ziel: Die additive Fertigung dreidimensionaler Elektronik aus der Entwicklung in die industrielle Serienproduktion zu bringen.
Autor: Klaus Leonhard





